Google AI Overviews und AI Mode
Rankings stabil, aber die Klicks gehen zurück?
Wenn deine Positionen bei Google halten und der Traffic trotzdem sinkt, steht oft eine KI-Antwort über deinem Treffer. Google beantwortet die Frage direkt in der Suche, und ein Teil der Nutzer klickt danach nicht mehr weiter. Hier erfährst du, woran du das erkennst, was nicht hilft und womit du in diesen Antworten selbst vorkommst.
Warum Klicks verschwinden, obwohl das Ranking hält
AI Overviews (auf Deutsch: KI-Übersichten) blenden über den organischen Treffern eine zusammengefasste Antwort ein. Der AI Mode geht einen Schritt weiter: Dort führt Google die Suche als Dialog, die klassische Trefferliste tritt in den Hintergrund. In beiden Fällen bekommt der Nutzer die Antwort, bevor er deine Seite sieht.
Die verbleibenden Klicks gehen dabei vor allem an die klassischen Treffer, kaum an die Quellen in der KI-Antwort. Das zeigt eine Untersuchung des Pew Research Center, basierend auf den Browserdaten von 900 Erwachsenen in den USA im März 2025: Bei Suchen mit KI-Zusammenfassung klickten die Teilnehmenden in 8 % der Besuche auf ein klassisches Ergebnis, bei Suchen ohne Zusammenfassung in 15 % (Stichprobe: 900 Personen). Auf einen Link innerhalb der Zusammenfassung klickten sie in nur 1 % der Besuche mit Zusammenfassung, gemessen in derselben Stichprobe. Das ist keine Messung für den deutschsprachigen Raum, zeigt aber die Richtung: Eine Verlinkung in der KI-Antwort ist eine zusätzliche Chance auf einen Besuch, kein Ersatz für die verlorenen Klicks.
Besonders betroffen sind Informations- und Vergleichsfragen wie „Was ist …“, „Wie funktioniert …“ oder „Welcher Anbieter eignet sich für …“. Suchen nach deinem Markennamen bleiben meist stabil.
So prüfst du es in der Search Console
Seit dem 31. August 2026 bietet Google allen Websites in der Search Console einen eigenen Bericht zu generativen KI-Funktionen. Damit fängst du an. Danach ergänzt du ihn um das Klickmuster im normalen Leistungsbericht:
- Öffne den Bericht zu generativen KI-Funktionen. Er zeigt, wie oft Seiten deiner Website in AI Overviews und AI Mode erschienen sind, aufgeschlüsselt nach Seite, Land, Gerät und Zeitraum. Er zeigt keine Klicks und keine Suchanfragen und trennt AI Overviews nicht von AI Mode.
- Vergleiche im Leistungsbericht zwei gleich lange Zeiträume, zum Beispiel die letzten drei Monate mit denselben Monaten des Vorjahres. Blende Klicks, Impressionen, CTR und Position ein.
- Sortiere die Suchanfragen nach Impressionen. Verdächtig sind Anfragen, deren Impressionen gleich bleiben oder steigen und deren Position hält, während die CTR deutlich fällt.
- Filtere auf Frageformulierungen, etwa mit einem Regex-Filter auf „wie|was|warum|welche“. Lange, als Frage formulierte Anfragen lösen besonders häufig eine KI-Antwort aus.
- Suche die auffälligen Anfragen stichprobenartig selbst bei Google, am besten ausgeloggt. Steht eine KI-Antwort über deinem Treffer? Wird deine Seite darin verlinkt, und welche Quellen stehen dort stattdessen?
Ein erfundenes Beispiel zur Veranschaulichung: Die Anfrage „wie funktioniert eine Wärmepumpe“ hatte im Vorjahreszeitraum 4.000 Impressionen und 200 Klicks bei einer durchschnittlichen Position von 2,3. Im aktuellen Zeitraum sind es 4.300 Impressionen und 90 Klicks bei Position 2,2. Die Nachfrage ist da, die Position hält, aber weniger als halb so viele Menschen klicken. Taucht die rankende Seite zugleich im KI-Bericht auf, ist der Zusammenhang naheliegend.
Das Klickmuster bleibt ein begründeter Verdacht, kein Beleg. Die CTR schwankt auch aus anderen Gründen, etwa durch neue Anzeigenplätze, Featured Snippets oder saisonale Effekte. Der KI-Bericht wiederum bestätigt nur, dass eine Seite in KI-Antworten erschienen ist, nicht bei welcher Anfrage. Erst beides zusammen ergibt ein belastbares Bild.
Was nicht hilft
Rund um AI Overviews werden viele Abkürzungen verkauft. Googles Leitfaden zu den generativen KI-Funktionen ordnet die meisten davon selbst ein:
- llms.txt und andere Spezialdateien: Laut Google brauchst du keine neuen maschinenlesbaren Dateien, KI-Textdateien, kein Spezial-Markup und kein Markdown, um in der Google-Suche zu erscheinen.
- Spezielles Schema-Markup: Google schreibt, dass strukturierte Daten für die KI-Suche nicht erforderlich sind und es dafür kein besonderes schema.org-Markup gibt. Für Rich Results bleiben sie nützlich. In unserer eigenen ersten Auswertung zeigt sich kein belastbarer Zusammenhang zwischen Schema-Markup und KI-Zitaten, siehe unsere Auswertung zu Schema-Markup.
- Texte für Maschinen umschreiben oder in kleine Fragmente zerlegen: Laut Google ist beides nicht nötig. Geschrieben wird für Menschen.
- Künstlich platzierte Erwähnungen: Laut Google bringt es weniger, als man denkt, gezielt unechte Nennungen im Web zu streuen. Echte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist etwas anderes, dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Eine Zusammenfassung dieser Punkte findest du auch in unserer Methodik.
Was hilft: zitiert werden statt nur ranken
KI-Antworten in der Google-Suche entstehen aus einer Live-Suche im Index. Wer darin vorkommen will, muss zu den Quellen gehören, die Google für die Antwort heranzieht. Das sind dieselben Grundlagen wie in der klassischen Suche, nur anders gewichtet:
- Die Antwort früh und klar formulieren: Beantworte die Frage im ersten Absatz in eigenen Worten, mit konkreten Angaben statt Werbesprache. Ein sichtbarer FAQ-Block auf der Seite hilft dabei.
- Eigene Fakten liefern: Preise, Bedingungen, Erfahrungswerte und Daten, die es nur bei dir gibt. Einen Satz, den zehn Seiten gleich formulieren, kann eine KI-Antwort von jeder Seite nehmen, eine eigene Zahl nur von dir.
- Außerhalb der eigenen Website vorkommen: Fachmedien, Vergleichsportale, Verzeichnisse und Foren werden häufig als Quelle zitiert. Pressearbeit, Interviews und Fachbeiträge mit echtem Anlass sind hier der Weg, gekaufte Nennungen nicht.
- Konsistente Angaben zur Marke pflegen: Name, Angebot, Standort und Zuständigkeit sollten auf Website, Profilen und Drittseiten übereinstimmen, damit die Marke eindeutig zugeordnet wird.
- Technisch auffindbar bleiben: Seiten, die nicht indexiert sind oder deren Inhalt hinter Login oder Cookie-Wall liegt, können nicht als Quelle dienen.
Das gilt nicht nur für Google. ChatGPT, Gemini und Perplexity suchen bei vielen Fragen ebenfalls live im Web und zitieren die gefundenen Quellen. Was dich bei Google zur zitierten Quelle macht, verbessert in der Regel auch deine Chancen dort. Mehr dazu erklärt unsere Seite zu Generative Engine Optimization.
Was sich messen lässt und was Achtung.app misst
Klicks aus AI Overviews und AI Mode lassen sich in deinen Analytics nicht sauber von normalen Google-Klicks trennen, sie kommen mit demselben Referrer an. Der KI-Bericht der Search Console zeigt nur Impressionen. Wie viele Besuche dich eine KI-Antwort kostet, lässt sich deshalb nur eingrenzen, nicht exakt beziffern.
Für einen Shop, einen Verlag oder einen Betrieb mit Online-Anfragen bleiben verlorene Besuche die entscheidende Größe. Ob deine Marke in KI-Antworten vorkommt, ist eine zusätzliche Perspektive, kein Ersatz dafür. Eine Nennung ist ein Sichtbarkeitssignal, ihren geschäftlichen Wert musst du an Besuchen, Anfragen und Umsatz prüfen. Hinzu kommt: Eine KI-Antwort kann deine Seite als Quelle verlinken, ohne deine Marke zu nennen, oder dich empfehlen, ohne zu verlinken.
Achtung.app beantwortet eine andere Frage als die Search Console: nicht, wie viel Google-Traffic du an KI-Übersichten verlierst, sondern ob KI-Assistenten deine Marke nennen, wenn jemand ohne Markennamen nach deinem Thema fragt. Dafür stellt Achtung.app ChatGPT, Gemini und Perplexity regelmäßig solche Fragen und wertet aus, ob deine Marke genannt wird, wer stattdessen genannt wird und welche Quellen zitiert werden.
AI Overviews und AI Mode misst Achtung.app nicht direkt, weil Google dafür keine offizielle Schnittstelle anbietet. Gemini nutzt bei der Messung zwar die Google-Suche als Quelle, ist aber eine eigene Oberfläche mit eigener Logik und ersetzt keinen Blick in die Google-Ergebnisse. Mit verbundener Search Console markiert Achtung.app zusätzlich Anfragen, die das oben beschriebene Klickmuster zeigen. Welcher Anteil deines Traffic-Verlusts auf KI-Übersichten zurückgeht, kann auch Achtung.app nicht beziffern.
FAQ
Häufig steht bei den betroffenen Suchanfragen eine KI-Antwort (AI Overview) über den organischen Treffern. Nutzer bekommen die Antwort direkt in der Suche und klicken seltener weiter. Deine Position bleibt gleich, die Klickrate sinkt. Andere Ursachen wie neue Anzeigenplätze oder saisonale Schwankungen solltest du trotzdem ausschließen.
AI Overviews sind eine zusammengefasste KI-Antwort über der normalen Trefferliste. AI Mode ist ein eigener Suchmodus, in dem Google die Suche als Dialog führt und die klassische Trefferliste weitgehend ersetzt. Beide setzen ihre Antworten aus Quellen im Google-Index zusammen und verlinken einen Teil davon.
Nur mit Nebenwirkungen. Das Meta-Tag nosnippet unterbindet das Textsnippet deiner Seite in den Suchergebnissen und verhindert laut Google zugleich, dass der Inhalt direkt in AI Overviews und AI Mode einfließt. Mit dem Attribut data-nosnippet schließt du nur markierte Textbereiche aus, der Rest des Snippets bleibt erhalten. Die KI-Antwort selbst erscheint in beiden Fällen weiter, nur ohne die ausgeschlossenen Inhalte. Für die meisten Websites kostet nosnippet mehr, als es bringt.
Nein. Google schreibt in seinem Leitfaden zu den KI-Suchfunktionen ausdrücklich, dass weder Spezialdateien noch KI-spezifisches Markup nötig sind. Es gelten dieselben Grundlagen wie in der normalen Suche: indexierbare Seiten, hilfreiche Inhalte und Autorität im Thema.
Stichprobenartig, indem du typische Fragen deiner Kundschaft selbst in ChatGPT, Gemini oder Perplexity stellst. Weil die Antworten von Anfrage zu Anfrage variieren, sagt eine einzelne Stichprobe allerdings wenig. Achtung.app stellt diese Fragen regelmäßig und misst, wie oft und in welchem Zusammenhang deine Marke genannt wird. Der kostenlose Scan zeigt dir einen ersten Stand.