Methodik
Achtung.app verbindet drei Datenströme, die Marken sonst getrennt anschauen: Sichtbarkeit in KI-Antworten, organische Suchnachfrage aus der Search Console, und Wettbewerber- und Marktsignale. Wir bauen die Messschicht für den KI-Wandel im Suchmarkt.
Diese Seite dokumentiert, wie Achtung.app misst. Wenn etwas heute noch nicht stabil messbar ist, steht es weiter unten unter "Was wir noch nicht messen".
Blinde Messung
Wir fragen KI-Assistenten nach Empfehlungen in einer Nische, ohne den Markennamen oder die Domain in der Anfrage zu nennen. Nur wenn ein Modell eine Marke von sich aus vorschlägt, zählen wir das als organische Nennung.
Das ist absichtlich strenger als das, was Tools messen, die direkt nach einer Marke fragen. Eine Marke, die nur dann erscheint, wenn man sie selbst nennt, hat keine echte KI-Sichtbarkeit – sie hat nur Reichweite im Modell-Wortschatz.
Anfragen werden pro Keyword mehrfach ausgeführt. Wir messen Konsistenz, nicht nur Einzelantworten – ein Modell, das deine Marke einmal von zehn Anläufen nennt, ist nicht dasselbe wie eines, das sie zehnmal nennt.
Der KI-Sichtbarkeitsscore
Der tägliche Score (0–100) setzt sich aus sechs Faktoren zusammen. Die Gewichtung kann sich verändern, wenn wir neue Daten haben – die Faktoren selbst und ihre Definitionen sind stabil.
- Citation Frequency – Anteil der Anfragen, bei denen die Marke überhaupt genannt wurde.
- Citation Breadth – Anteil der KI-Provider, die die Marke nennen. Misst Verteilung statt Lautstärke.
- Recommendation Strength – Wie aktiv eine Nennung als Empfehlung formuliert ist (von neutraler Erwähnung bis expliziter Top-Empfehlung).
- Position – Wo in der Antwort die Marke auftaucht. Erste Nennungen zählen mehr als spät erwähnte.
- Sentiment – Tonalität der Erwähnung (positiv/neutral/negativ).
- Trend Momentum – Veränderung der Nennungsrate gegenüber der Vorperiode.
Qualitäts-Skalierung
Recommendation, Position und Sentiment werden mit der Wurzel der Nennungsrate skaliert. Das verhindert, dass Marken mit einer einzigen sehr positiven Erwähnung den Score dominieren. Wenig Daten ergeben einen vorsichtigeren Score – nicht einen besseren.
Halluzinations-Filter
KI-Modelle erfinden Marken. Wir filtern Wettbewerber-Profile durch zwei unabhängige Prüfungen, bevor sie gespeichert werden: Existiert die Domain? Ist die Website erreichbar?
Profile, die beide Prüfungen nicht bestehen, werden verworfen. Das reduziert die Sichtbarkeit erfundener Wettbewerber, eliminiert sie aber nicht vollständig – Domains, die existieren, aber nichts mit der Nische zu tun haben, können durchrutschen. Wir arbeiten daran.
Search Console Fusion
Marken können ihre Google Search Console mit Achtung.app verbinden. Wir lesen Klicks, Impressions, CTR und Position pro Anfrage. Die Verbindung ist optional und getrennt vom Tracking – eine Marke kann auch ohne GSC vollständig getrackt werden.
Wir nutzen GSC für eine Sache, die ohne sie nicht geht: das Erkennen von AI-Overview-Signalen. Anfragen mit hohen Impressions, aber niedriger CTR, sind oft Anfragen, bei denen Google selbst eine generative Antwort gibt – und damit Anfragen, bei denen klassische Sichtbarkeit nicht reicht.
GSC-Daten verlassen das System nie. Wir veröffentlichen keine Marken-spezifischen GSC-Zahlen, weder im Brand-Portal eines anderen Teams noch in den öffentlichen Beobachtungen.
Marktsignale: News und Wettbewerber
Achtung.app sammelt täglich Nachrichten über Brave News und X/Grok für die Marke und ihre erkannten Wettbewerber. Jeder Artikel wird durch ein LLM auf Relevanz und potenziellen Geschäftsbezug bewertet, bevor er als Alarm sichtbar wird.
Die Bewertung ist eine Annäherung, kein Urteil. Ein Artikel mit hoher Relevanz-Punktzahl ist ein Artikel, der unserer Vermutung nach Aufmerksamkeit verdient – nicht eine garantierte Geschäftsbedrohung.
Was wir noch nicht messen
Diese Liste ist absichtlich öffentlich. Sie ändert sich, wenn wir etwas hinzufügen – und sie ist die ehrlichste Antwort darauf, wie weit das Produkt heute ist.
- Vorhersage zukünftiger Sichtbarkeit. Wir beobachten Trends, wir prognostizieren sie nicht.
- Direkte Umsatzzuordnung. Wir verbinden Sichtbarkeit nicht automatisch mit Klicks, Leads oder Umsatz. Das ist auf der Roadmap.
- Cross-Brand-Marktberichte. Wir decken einzelne Nischen ab, produzieren aber noch keine vertikalen Marktberichte.
- Empfehlungs-Workflows. Insights sind heute Texte, keine nachverfolgbaren Aufgaben.
- Vollständige Halluzinations-Erkennung. Der Filter fängt offensichtliche Erfindungen ab, aber nicht alle.
Was wir zusagen
- Keine Zahl ohne Stichprobengröße. Wenn wir auf einer öffentlichen Seite eine Prozentzahl nennen, steht die Stichprobe daneben.
- Keine erfundenen Statistiken. Unsere automatisierten Generatoren weisen Zahlen zurück, die nicht aus echten Snapshots stammen.
- Veröffentlichte Beobachtungen werden nicht still überschrieben. Korrigieren ja, löschen nein.
- Methodik-Änderungen werden hier dokumentiert, nicht in einer Versionsanmerkung versteckt.